EU: Anti-Geoblocking Richtlinie

Vielleicht hast Du es auch mitbekommen. Seit 01.04.2018 ist die Anti-Geoblocking Richtlinie der EU in Kraft getreten. Im Vorfeld bereits von vielen Usern gefeiert, macht sich nun eine gewisse Ernüchterung breit.

Zweck dieser EU-Richtlinie ist es, eine europaweit einheitliche Lizenzlage für Streaming-Dienst Anbieter  zu schaffen. Wie Du bestimmt weißt, steht Dir in der Schweiz auf Netflix eine kleinere Programmauswahl zur Verfügung, als zum Beispiel den Nutzern aus Frankreich oder  Großbritannien. Das aber bei relativ gleichem Preis pro Account. Fair ist das nicht, weshalb die EU hier einen sinnvollen Schritt für die Nutzer beschreiten wollte.

Ein Schuss nach hinten?

Idee gut, Umsetzung schlecht, so kann man es auf den Punkt bringen. Bisher konntest Du im Ausland Dein heimisches Angebot nicht konsumieren, dafür zumindest jenes aus dem Land. Jetzt steht Dir DEIN Angebot Länderübergreifend zur Verfügung, jedoch nicht mehr, die teilweise größere Auswahl aus dem Ausland. Netflix hat jetzt nämlich den Account an das Herkunftsland des Users gebunden. Damit kannst Du zwar im Urlaub oder generell auf Reisen Dein Programm streamen, jedoch auch ausschließlich das auf Dein eigenes Land beschränkte Angebot. Ob das wirklich einen erhöhten Nutzen bietet, darüber lässt sich streiten und hängt natürlich auch von Deinem persönlichen Nutzerverhalten ab.

Neue Regeln, Neue Wege…

Eine Möglichkeit lässt die neue Richtlinie jedoch offen. Wenn Du noch keinen Account besitzt, bzw. Dir einen neuen zulegst, kannst Du über die Nutzung eines VPN-Dienstes tricksen. Erstellst Du Deinen Account beispielsweise über einen VPN-Server in Großbritannien, dann steht Dir das dortige, eindeutig größere Angebot nun auch nun auch überall zur Verfügung. Du musst also bei der Wahl des Landes, über das Du Deinen Account erstellen möchtest nur weise wählen. Aber nicht nur die Größe des Angebots spielt eine Rolle!

Tricks gegen die Nutzungsbedingungen

Es gibt einen weiteren Grund wieso das Bestellen von Netflix-Accounts über VPN immer beliebter wurde, und zwar den Preis. Obwohl man damit gegen die Nutzungsbedingungen von Netflix verstößt, werden über VPN immer mehr Netflix-Abos über Server, beispielsweise in der Türkei abgeschlossen. Dort kostet der Streaming-Dienst tatsächlich lediglich 3,- EUR pro Monat. Dieser Umstand hat auch teilweise zu den Geoblocking-Maßnahmen von Netflix & Co beigetragen, die nun durch die EU-Richtlinie eigentlich wieder entkräftet werden sollten. Doch bei einem „sollten“ ist es leider geblieben.

Wir warten gespannt auf die nächsten Schritte im Kampf um eine einheitliche und faire Lizenzlage am Markt der großen Streaming-Dienst-Anbieter. Wenn Du Dich generell für das Thema „Besseres Streaming-Erlebnis durch VPN-Service“ interessierst, findest Du näheres dazu in unserem gleichnamigen Artikel. Wir nehmen gleich vorweg: ja, es lohnt sich!

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