Http Seiten von Google zukünftig als „Not Secure” markiert

Ab Juli 2018 geht Google eine Schritt der vielleicht schon längst überfällig war. Websites die standardmäßig http verwenden erhalten ab dann eine Markierung, dass es sich bei ihnen um keine sichere Seite handelt. Aktuell verwenden von den kleineren Seiten mit mittelmäßiger Reichweite knapp 75% noch KEIN https. Noch nie darauf geachtet? Sehen wir uns mal an, was das überhaupt bedeutet.

Was ist der Unterschied zwischen http und https

Vielleicht erst mal zum Namen selbst. Http steht für Hyper Text transfer protocol. Dabei handelt es sich um ein Protokoll, das benutzt wird, um Websites, die Du aufrufen möchtest vom Server in Deinen Browser zu laden. Dieses Aufrufen der Seite erfolgt bei http unverschlüsselt und kann daher mit ein paar nicht allzu schweren Tricks von Dritten „abgehört“ werden. Man könnte also einfach sehen, welche Daten Du it dieser Website austauschst. Speziell bei Websites, bei denen Du persönliche oder sensible Daten eingibst, solltest Du darauf achten, dass also htttps verwendet wird. Wie Du vermutlich richtig erraten hast, steht das „s“ für „secure“. Beim https wird der Datenaustausch zwischen Server und Deinem Browser einfach zusätzlich verschlüsselt. Bei Online-Banking nicht wegzudenken aber mittlerweile eben auch bei vielen anderen Seiten längst Standard.

Wie Du erkennst ob eine Seite http oder https nutzt

Nichts einfacher als das! In der Adresszeile ist Dir vielleicht schon das ein oder andere Mal ein kleines Schloss-Symbol aufgefallen. Sollte also die vollständige URL in Deinem Browser nicht inklusive https zu sehen sein, dann erkennst Du den Sicherheitsstandard zumindest daran. Zukünftig soll an dieser Stelle eben nicht nur eine sichere Seite markiert werden, sondern eben auch jene, die diesen Standard nicht nutzen.

http-site
http Seiten werden in der Adressleiste als nicht sicher markiert

Wieso Google http Seiten markiert

Laut Google wolle man damit die Website-Betreiber dazu bewegen den sicheren Standard zu verwenden. Man möchte das Bewusstsein für Sicherheitsthemen schärfen und sehe keinen Grund, wieso man hier die Entwicklung nicht vorantreiben sollte. Das klingt natürlich plausibel, im Grunde sind Http Seiten aber meist unbedenklich, solange man keine Daten eingibt. Online Shops, Social-Media Plattformen und Banking-Apps sollten aber keinesfalls über http laufen. Auch alle Seiten auf denen Du Dich einloggen kannst und Passwörter verwendest zählen dazu.

Google Chrome markiert http Seiten mit „Not Secure”

Ein weiterer wichtiger Grund für diese Umstellung liegt natürlich in der Gewinnabsicht von Google. Der Online-Gigant erzielt nämlich im vergangenen Jahr einen Umsatz von 95 Mrd. Dollar durch Werbeeinnahmen. Das funktioniert indem sie auf diversen Websites auch Werbeeinblendungen schalten, das aber bei HTTP Seiten durch den Internetprovider unterbunden werden kann. Bei HTTP Seiten kann dieser ja schließlich die übertragenen Daten einsehen. Bei https kann Google weiterhin ungehindert seine Marktposition ausbauen und muss sich keine Gedanken darüber machen.

Bin ich also mit https absolut sicher im Internet?

Nein! Da es sich hier nur um die verschlüsselte Übermittlung von Daten zwischen Server und Deinem Browser handelt, gibt es noch zahlreiche andere Lücken. Mit diesem Gerücht möchten wir gleich aufräumen. Die Websites die Du besuchst können schließlich immer noch manipuliert worden sein. Hier liegt die Verantwortung beim Betreiber der Website. Genauso kann Dein Rechner bereits kompromittiert sein und von Malware oder Spyware befallen sein. Daran ändert eine https Übermittlung nichts. Für Sicherheit im Internet gibt es leider nicht DIE Lösung. Sie ergibt sich aus bewusstem Umgang mit Inhalten im Netz, der Verwendung von gesicherten Verbindungen und dem aktiven Schutz seiner persönlichen Daten. Wenn Du wissen möchtest, wieso eine VPN-Verbindung ein so mächtiges Sicherheits-Tool ist, dann findest Du dazu noch mehr in unserem Beitrag „Warum VPN verwenden“. Mach dich schlau und bleib sicher im Netz unterwegs.

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