Der Unterschied zwischen IPv4 und IPv6 – ein kurzer Überblick

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Jedes Gerät im Netz braucht eine eigene Adresse

So viele Fachbegriffe und keiner davon ist wirklich selbsterklärend. Du bist auch schon mal über die Begriffe IPv4 und IPv6 gestolpert und möchtest wissen, was die Unterschiede sind oder überhaupt mal, was genau das ist? Dann gibt es jetzt mal einen kleinen Crash-Kurs für Dich.

Was ist eine IP-Adresse?

Vorweg, IP steht für Internet-Protocol. Jedes Gerät über das Du ins Internet einsteigen kannst, sollte eine eigene Adresse haben, das erleichtert die Kommunikation untereinander. Eigentlich macht es die Kommunikation überhaupt erst möglich. Zum Beispiel ist unsere Website auf einem Server gehostet, den Du nur über seine IP Adresse erreichen kannst. Du hast die IP-Adresse nie eigegeben und bist trotzdem auf unserer Seite gelandet? Nun, das liegt am Domain Name Server, kurz DNS, der die IP-Adressen der entsprechenden Domain zuweist. Mehr darüber findest Du in unserem Beitrag „Was bedeutet DNS“.

Und was bedeutet nun IPv4 und IPv6?

Bisher bestand die IP-Adresse aus 32 Bit. Damit konnten rund 4,3 Milliarden verschiedene Adressen vergeben werden – das ist zu wenig. Man konnte ja bei der Einführung des Systems nicht ahnen, dass im Jahr 2018 ein Internetfähiges Gerät einfach in die Hosentasche oder ans Handgelenk passt. Aus diesem Grund wurde nun ein neues Adressformat eingeführt, das mit 128 Bit das Auslangen finden soll. Wie viele Adressen sich damit darstellen lassen? Viele!

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340 Sextillionen Adressen sind es genau und das dürfte aus heutiger Sicht wirklich für lange Zeit genügen.

Die aktuelle Situation hat bereits dazu geführt, dass IP-Adressen einfach mehrfach vergeben werden mussten. Eine Eindeutige Zuordnung ist daher nicht mehr zu 100% gewährleistet, akuter Handlungsbedarf also wenn man so möchte.

Was ändert sich und was muss Du tun?

IPv6 ist mittlerweile seit etwa 6 Jahren am Vormarsch, umgestellt haben sich jedoch noch längst nicht alle. Für den Privaten Anwender wird es kaum Merkbar sein. Auch wenn IPv4 und IPv6 nicht kompatibel sind, wird der Umstieg für die Nutzer nicht wirklich auffallen. Das liegt daran, dass hier die erforderlichen Voraussetzungen von Internetprovidern und den Entwicklern von Betriebssystemen bereits geschaffen sein werden. Auch an der Hardware muss natürlich nachgerüstet werden, die neuen Router sind jedoch längt auch schon IPv6 fähig, daher keine Panik, kein wirklicher Handlungsbedarf für Dich!

Mehr Privatsphäre durch IPv6 erforderlich

Mit der gigantischen Zahl an IP-Adressen ist es natürlich möglich, jedem einzelnen Gerät wirklich auch auf Lebenszeit eine eindeutige Adresse zuzuweisen. Damit bist Du im Netz eindeutig identifizierbar, Datenschützer hat das natürlich nicht kalt gelassen. Daher wurde bei der Entwicklung auch entsprechend darauf geachtet. Das neue Protokoll arbeitet mit sogenannten „Privacy Extensions“. Diese sollen verhindern, dass man Dein Gerät über eine längere Dauer hinweg im Netz identifiziert kann. Diese Erweiterungen sind bei Windows z.B. standardmäßig aktiviert, bei Mac oder Linux Betriebssystemen muss das erst manuell aktiviert werden.

So viel zu unserem kleinen technischen Exkurs, indem Du vielleicht einiges Neues lernen konntest. Was wir aber unbedingt auch mit auf den Weg geben möchten, ist das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass es technisch zukünftig, ohne, dass Du es mitbekommen könntest auch in Punkto Privatsphäre plötzlich Einschnitte gibt, die es zu bedenken gibt. Sich gelegentlich mit neuen Themen auseinanderzusetzen bringt Dir also sicher auch persönlich einige Vorteile und wir helfen dabei gerne.

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