Russland gegen den Messenger- Dienst Telegram

Einmal mehr ist es passiert. Terroraktivitäten sind ein häufiger Anlass für Politik & Behörden, das Maß an Privatsphäre erneut  in Frage zu stellen.  In Russland verschärft sich derzeit der Ton zwischen Politik und dem Messenger-Dienst Telegram immer weiter. Dort liegt derzeit vom Geheimdienst eine Forderung vor, die Verschlüsselungs-Codes für den Messenger auszuhändigen. Ein äußerst scharfer Einschnitt in die Privatsphäre der Nutzer als auch den Datenschutz selbst.

Telegram und die Privatsphäre

Der Dienst selbst ist bereits einigen Regierungen ein Dorn im Auge. Neben dem Iran, Indonesien oder Bahrain, die diesen Dienst bereits in der Vergangenheit gesperrt haben, folgt nun auch China auf den Kriegspfad. Telegram verwendet eine End-to-end-encryption, einer Verschlüsselungsmethode, die die übertragenen Daten beim Empfänger verschlüsselt das über die gesamte Übertragungsstrecke hinweg beibehält. Erst beim Empfänger selbst erfolgt eine Entschlüsselung, das macht diesen Dienst generell weniger anfällig für Spionage selbst. Zwangläufig folgt hier auch der ungute Ruf, dass er deshalb auch für die Kommunikation von Terroristen verwendet wird.

Nun drohen Blockaden für Telegram

Russland droht mit der Blockade des Service im Falle einer Verweigerung der Aushändigung. Der Telegram- Gründer Pawel Durow versichert seinen Nutzern, dass er keine privaten Informationen aushändigen wird. Dennoch zeigt sich hier, wie schnell sich politischer Druck auf die Privatsphäre auswirken kann. Das Wachstum der vergangenen Jahre bringt den Betreiber allerdings in eine starke Position, da mittlerweile nur 5% der User von Telegram tatsächlich aus Russland stammen. Auch Durow selbst lebt mittlerweile nicht mehr in Russland, was er unter anderem mit dem politischen Druck begründete.

Geografische Blockaden durch VPN umgehen

Wie Du vielleicht weißt, basiert Telegram auf einer Blockchain-Technologie. Der Dienst kann also nicht als ganzes blockiert werden, sondern lediglich der Zugriff aus Russland selbst könnte blockiert werden. Doch auch diese Sperre kann dann relativ simpel über einen VPN-Service umgangen werden. Aktuell ist auch noch keine entsprechende Blockade von VPN-Servern umgesetzt. Damit bleibt der Dienst also selbst bei drohender Blockade von Nutzern aus Russland weiter nutzbar. Eine etwas hartnäckigere Nation ist dabei China, die ihren erbarmungslosen Kampf gegen VPN-Anbieter weiterhin führen. Dazu liest Du genaueres in unserem Beitrag “China & das VPN-Verbot

Auch zum Thema Umgehung geografischer Blockaden erfährst Du unter anderem auch in unserem Beitrag „Warum VPN verwenden“ mehr.

 

2 Gedanken zu „Russland gegen den Messenger- Dienst Telegram“

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