Schweizer Geldspielgesetz und Internetsperren

Das Geldspielgesetz der Schweiz soll dahin abgeändert werden, dass Online-Glücksspiel nur von Anbietern betrieben werden darf, die auch in der Schweiz ansässig sind. Wie Du sicher schon vermutest, kommt hier wohl zukünftig der Online-Zensur- Stift zum Einsatz.

Was die Änderung bedeutet, und welche Auswirkungen diese für Dich, die Schweiz und die Freiheit des Internets im Allgemeinen mit sich bringen haben wir zusammengefasst.

Die Änderungen im neuen Geldspielgesetz

Ob Lotterie-Lose, Roulette im Casino oder Poker, Glückspiel gehört wohl zu einem der ältesten Gewerbe überhaupt. Natürlich wurde damit auch viel Schindluder betrieben, weshalb über die Jahrzehnte hinweg immer neue Regulierungen und Auflagen für die Betreiber hinzukamen.  Das neue Geldspielgesetz soll sicherstellen, dass Betreiber von Glückspiel-Plattformen sich an die hohen Standards der Schweiz halten. Aus diesem Grund sollen zukünftig nur noch Betreiber zugelassen sein, die ihren Betrieb von der Schweiz führen. Die zahlreichen Anbieter von Online-Glücksspiel sollen daher nicht mehr erreichbar sein, wenn sie diese Bedingungen nicht erfüllen. Technologisch wird das wohl mit Internetsperren, konkret DNS-Sperren umgesetzt.

Wie funktioniert eine DNS-Sperre

Im Beitrag „Was bedeutet DNS“ findest Du eine Erklärung über die Funktion von Domain Name Server. Im Prinzip ist es ein Übersetzungsdienst, der über die Domain, die du eingibst um eine Internetseite aufzurufen, die entsprechende IP-Adresse des Seitenbetreibers anspricht. Dazu führt man ein Verzeichnis, in dem IP-Adressen und die zugehörigen Domains gelistet sind. Streicht man aus diesem Verzeichnis nun die Seiten, die es zu sperren gilt, dann kannst Du sie nicht mehr über die URL aufrufen. Klingt einfach – kann aber genauso einfach umgangen werden.

Gibst Du anstelle der Domain direkt die entsprechende IP-Adresse ein, dann wird der DNS nicht benötigt und umgangen. Die Seite lässt sich also über die IP-Adresse direkt aufrufen. In anderen Ländern, gibt es noch stärkere Maßnahmen, wie etwa direkt die IP-Adressen zu sperren. In China etwa leitet man teilweise sogar verschlüsselte Daten, in die man nicht einsehen kann gar nicht erst weiter. Zum Glück sind solche Zensuren in der Schweiz derzeit undenkbar.

Das erste Mal und viel Gegenwind

In der Schweiz wurden bisher noch keine solche Sperre umgesetzt. Auch ein Grund, weshalb wir die Entscheidung als wegweisend für zukünftige Änderungen ansehen und gespannt beobachten. Gegenwind gibt es natürlich von Seiten der Glückspiel-Betreiber. Aber auch Internet-Anbieter und die Verbände der Internet- & Kommunikationswirtschaft sträuben sich, aufgrund des erhöhten Aufwands und andererseits wegen der Einschränkung, die eine weitere Einschränkung des Internets darstellt, das den Anspruch auf Freiheit und Zugänglichkeit für jeden hat. Dass das längst nicht mehr der Realität entspricht, kann man an den unzähligen geografischen Sperren weltweit sehen, die aus politischen, wirtschaftlichen oder andern Gründen vorliegen.

Kritischer Zeitpunkt

Erst Ende April hat die EU das Geo-Blocking abgeschafft, das dafür sorgt, dass Du Internet-Seiten in bestimmten Ländern nicht aufrufen kannst. Glücksspiel-Anbieter in der Schweiz auszuschließen, nur weil diese dort nicht ansässig sind, kritisieren viele als Schritt in die Falsche Richtung.

Die Abstimmung darüber erfolgt am 10. Juni und wir sind gespannt und halten dich natürlich am Laufenden darüber, in welche Richtung sich die Schweiz bewegt.

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