Sichere Passwörter – Schütz Dich gegen Hacker und ihre Tricks

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Sichere Passwörter

Schön einfach, man möchte es sich ja merken, aber nicht zu einfach, also einfach eine Zahl hinten dran! Das erste Haustier, die Geburtsdaten der Kinder oder eine schöne Zahlenfolge, die man auf der Tastatur leicht eintippen kann. Täglich nutzen wir Passwörter für unterschiedlichste Logins, privat als auch am Arbeitsplatz. Heute sehen wir uns an, was macht sichere Passwörter aus, wie gehen „Hacker“ vor um sie zu erhalten und was kannst Du tun, damit sie es nicht schaffen.

Sichere Passwörter – Ausflug in die Mathematik

Du hast bestimmt schon mal bemerkt, dass einige Logins gewisse Passwortrichtlinien haben. Meldungen wie „Das Passwort ist zu kurz“ oder „das Passwort muss mindestens einen Großbuchstaben und eine Zahl enthalten“ können oft lästig bei der Wahl des bevorzugten Passwortes sein. Wieso diese Regeln jedoch so wichtig sind und für soviel mehr Sicherheit sorgen, verrät uns ein Blick aus der Ecke der Zahlen. Wie viele mögliche Zeichen hast Du, die Dir für ein Passwort zur Verfügung stehen? – Mal sehen…

  • 26 Kleinbuchstaben
  • 26 Großbuchstaben
  • 4 Umlaute
  • 10 Ziffern
  • 1 scharfes „S“
  • 27 Sonderzeichen

Das macht in Summe 94 Zeichen, die Du verwenden kannst.

Sehen wir uns ein 5-stelliges Passwort an, das nur aus Großbuchstaben besteht, z.B. „LOTUS“ wenn wir wissen, dass nur Großbuchstaben verwendet wurden, haben wir für jedes Zeichen 26 Möglichkeiten was in Summe 26^5 Kombinationen ergibt, die man MAXIMAL testen muss um das Passwort zu knacken. Das ergibt erstaunliche 11,8 Mio. Kombinationen. Klingt heftig – bei der heutigen Rechenleistung von Computern ist dieses Passwort jedoch in etwa 1,5 Sek geknackt.

Vergleichen wir das nun mit einem 5-stelligen Passwort, das strengeren Richtlinien gerecht wird und nicht nur Großbuchstaben beinhält, sondern auch Sonderzeichen, Ziffern und Kleinbuchstaben. Da Hacker der Einfachheit halber meist nur probieren können und nicht wissen an welcher Stelle welches Zeichen verwendet wurde, ergibt sich hier eine Zahl an 94^5 Kombinationen. Das sind schon 7,3 Mrd. Kombinationsmöglichkeiten. Wow, naja nicht ganz. Maximal 15 Minuten automatisiertes Durchprobieren genügen um auch das zu knacken. Was also tun? Mit zusätzlichen Regeln wie etwa, „Das Passwort muss mindestens 10 Zeichen enthalten“ braucht man schon ziemlich geduldige Hacker. In diesem Fall benötigt er bei der heute üblichen Rechenleistung nämlich kurze 213 Tausend Jahre – maximal – aber quasi unmöglich.

Möchtest Du also ein Sicheres Passwort nutzen, dann macht es durchaus Sinn, möglichst alle dieser Regeln zu erfüllen.

Sichere Passwörter merken – Akronym-Bildung

Leicht gesagt, ein Passwort mit Sonderzeichen Klein- und Großbuchstaben, Ziffern und mindestens zwölf Stellen zu merken. Ein Weitverbreiteter und sehr einfacher Trick: Merke Dir einen Satz, den Du nicht vergisst. Lieder, Filme, Zitate eigenen sich da hervorragend dafür.

Beispiel: Ein Passwort mit zwölf Zeichen ist ein sicheres Passwort!

Nun nimmst Du die ersten Stellen jedes Wortes und aus Zahlenworten kannst Du Ziffern bilden, am Schluss und am Anfang noch ein Sonderzeichen und fertig.

Damit ergibt sich das Passwort: #EPm12ZiesP!

Also wenn Du diese Methode nutzt, dann kannst Du beliebig viele sichere Passwörter bilden ohne sie zu vergessen.

Gängige Methoden zum Knacken von Passwörtern

Wie wir nun wissen, steigt die Schwierigkeit ein Passwort zu knacken aus mathematischen Gründen mit seiner Länge. „Brute Force“ Attacken (engl. „rohe Gewalt“) heißen so, weil sie einfach durch Durchprobieren ALLER Varianten an ihr Ziel wollen. Das ist zwar die einzige Methode mit der man früher oder Später das Passwort sicher knacken könnte, aber kann eben ab gewissen Zeichenanzahlen zu lange dauern.

Eine weitere beliebte Methode ist daher die Dictionary Attack (engl. „Wörterbuch-Angriff“) Dabei nimmt man einfach die Worte aus dem Sprachschatz einer Sprache und versucht einfach alle Wörter anstelle von einzelnen Zeichen durch. Besonders leicht zu knacken sind damit also Passwörter, die aus einem oder zwei Worten bestehen. Der durchschnittliche Wortschatz beläuft sich auf 50.000 Wörter, das ist im Vergleich zu den oben angeführten Milliarden verschiedener Zeichen-Kombinationen vergleichsweise wenig. Dementsprechend solltest Du also besonders auch auf solche Passwörter verzichten.

Weitere Tipps für sichere Passwörter

Da es für all diese Methoden natürlich fix fertige Programme gibt, die meistens sogar von Laien gefunden und mit einer kurzen YouTube-Anleitung schon verstanden werden können, ist es ratsam, sich einfach ein paar Minuten Gedanken darüber zu machen, wie man all seine Accounts und Logins verwalten möchte. Hier noch ein paar weitere Tipps für sichere Passwörter:

Nutze nie zwei Mal das gleiche Passwort. Wenn es sein muss, ändere einfach 1-2 Zeichen an einer beliebigen Stelle in Deinem „Standard-Passwort“. So kannst Du auch bei mehreren Logins den Überblick und die Sicherheit bewahren.

Ändere Dein Passwort im Schnitt alle 90 Tage.Wenn Hacker wirklich gerade – und das bemerkst Du im Regelfall ja nicht- daran arbeiten einen Deiner Logins zu knacken, dann kann er seine Methode bei wechselndem Passwort über Bord werfen.

Schütz Dich im Netz, andere werden es nämlich nicht tun. Deine Daten und Privatsphäre im Netz sind dort stets am Präsentierteller. Etwas Eigenverantwortung, unsere Tipps ein paar Minuten mehr an Zeit verschaffen Dir aber einen großen Vorsprung gegenüber alle, die hier weiterhin grob fahrlässig online unterwegs sind.

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