VPN Anbieter ohne Logfiles – geht das überhaupt?

Zugegeben es ist ein etwas komplexeres Themengebiet, aber daher möchten wir Dich ja bestmöglich mit Informationen rund um VPN versorgen. Auf der Suche nach einem VPN-Anbieter ist Dir vielleicht auch schon mal aufgefallen, dass oft auf den Aspekt Logfiles hingewiesen wird. Was es damit auf sich hat, wieso sie so eine wichtige Rolle für Deine Privatsphäre spielen und worauf zu achten ist, sehen wir uns heute genauer an.

Was sind Logfiles?

Vereinfacht gesagt, sind Logfiles das Tagebuch von VPN-Servern. In ihnen können allerhand Daten bezüglich der Nutzung des Servers aufgezeichnet und mitprotokolliert werden. Welche IP-Adresse auf ihn zugreift, wie lange die Verbindung genutzt wird, Datenmengen Deiner Nutzung, und mehr können hier aufgezeichnet werden. Das wirft natürlich Punkto Sicherheit und Privatsphäre einige Fragen auf, die für viele Nutzer von VPN aber sehr wichtig sind. Aus diesem Grund werben auch viele VPN-Anbieter damit, keine Logfiles anzulegen – hier wird’s heikel.

Wieso beinahe immer Logfiles existieren

Der Betrieb von VPN-Servern erfordert natürlich eine gewisse Wartung um auch eine entsprechende Kundenzufriedenheit sichern zu können. Stell Dir vor, ein Server wird einfach sich selbst überlassen und laufend neuen VPN-Nutzern wird der Zugriff gewehrt. Überlastung und Ausfälle sind nur einige der Folgen, die damit vorprogrammiert wären. Zur Wartung und laufenden Optimierung ist es also nur verständlich, dass die Anbieter des VPN-Service auch gewisse Daten aufzeichnen. Dazu zählen z.B. die Anzahl der Nutzer, Zugriffszeiten. Solange die Daten aber keine Ausforschung zulassen ist das weniger bedenklich – und der Anbieter zählt definitiv zu den besseren VPN-Dienstleistern.

Ein weiterer Grund, wieso Logfiles sich oft nicht vermeiden lassen ist, dass VPN-Anbieter die Server gar nicht selbst besitzen, sondern oft nur anmieten. Liegt beispielsweise ein Gesetzesverstoß durch einen VPN-Nutzer vor, werden Behörden an den Vermieter des VPN-Servers herantreten und nicht an den Anbieter des VPN-Services selbst. Auf den Vermieter ist nämlich auch die IP-Adresse des Servers registriert. Dieses Risiko geht kaum ein Server-Vermieter ein und protokolliert daher oft die Nutzung durch anlegen von Logfiles, selbst, wenn der VPN-Anbieter dies nicht tut.

Was bedeutet das für die Privatsphäre?

Nun, wie erwähnt, gilt es jetzt einfach zu unterscheide, welcher Anbieter jene Daten speichert, die für die Wartung und den betrieb tatsächlich erforderlich sind und welche Anbieter Daten speichern, die auch die Ausforschung leicht ermöglichen. Woran Du das erkennst sehen wir uns im Folgenden an. Wir werden der Einfachheit halber jene Anbieter, die unbedenkliche Daten aufzeichnen, als Anbieter ohne Logfiles bezeichnen.

Hinweise auf Anbieter mit bedenklichen Logfiles“

Es gibt einige Hinweise, die deutlich machen, dass ein VPN-Service definitiv Logfiles aufzeichnet – das liegt einfach daran, dass von ihnen beworbene oder in den AGB versteckte Leistungen sich anders garnicht anbieten lassen würden.

Limitierte Geräte Anzahl

Solltest Du auf ein Angebot stoßen, dass damit wirbt, dass Du den VPN-Service nur für eine begrenzte Anzahl an Geräten nutzen kannst, ist es eindeutig. Dieser Anbieter MUSS die IP-Adresse deiner Geräte protokollieren.

Anbieter nutzt VPS (Virtual Private Server)

Das ist häufig bei Anbietern der Fall, die viele Standorte anbieten. Sie mieten Server an und betreiben keine eigenen, weshalb sie vielleicht selbst keine Logfiles anlegen, die Vermieter selbst (wie oben erwähnt) dies aber bestimmt tun.

Eingeschränkte Datenmengen

Du kannst den VPN-Service nutzen aber nur bis zu 5 GB, 10 GB, oder 20 GB/ im Monat? Nun, ohne Protokolle lässt sich das wohl kaum nachvollziehen. Auch hier wird ganz eindeutig zumindest Deine IP-Adresse gespeichert und Deine übermittelte Datenmenge mitgezählt.

Umgekehrt sehen gute Anzeichen dafür, dass man einen Anbieter ohne Aufzeichnung von Logfiles vor sich hat, wie folgt aus:

  • Es werden eigene Server betrieben und nicht angemietet
  • Die IP-Adresse ist eine eigene und demnach auf den Anbieter des VPN-Service registriert
  • Es werden keine Einschränkungen in der Nutzung gesetzt, weder der Datenmenge noch der Geräteanzahl

Auch ein gutes Zeichen ist, wenn der Anbieter Multi-Hop Verbindungen zur Verschleierung der IP-Adresse nutzt. (Mehr dazu haben wir im Beitrag über Multi-Hop Verbindungen für Dich zusammengefasst)

Wieso werben viele Anbieter fälschlicherweise damit?

Natürlich möchte jeder VPN-Anbieter den Ruf waren die Privatsphäre in höchstem Maße zu schützen. Einige tun das äußerst professionell, andere eher nicht und einige dürften den Nutzer dabei sogar für dumm verkaufen. Das lässt sich oft bei genauerer Betrachtung von Datenschutzbestimmungen, AGB und angebotenen Tarifen feststellen. Hier finden sich oft Widersprüche, die wir bei folgendem Anbieter bereits vor einiger Zeit aufgezeigt haben:

entlarvende Hinweise bei No-Logs Anbietern

Fazit

Lass Dir nicht vorgaukeln, dass ein Anbieter höchste Privatsphäre garantiert, sondern wirf einfach einen genaueren Blick auf die Bestimmungen und Einschränkungen. Diese können Dir auch sehr viel über die Vertrauenswürdigkeit eines Anbieters verraten. Gerne unterstützen wir Dich auch bei der Wahl des richtigen VPN-Anbieters.

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