Corona App von Robert Koch-Institut sammelt Daten von Fitnessarmbändern

Diskussionen rund um Corona Apps gibt es momentan zur Genüge. Meist geht es darin um Tracking und Überwachung. Das Robert Koch-Institut wählt allerdings nun einen anderen Ansatz: Es bittet um Gesundheitsdaten aus Fitnesstrackern – zur Erkennung von Covid-19-Symptomen. Was hat es mit dieser etwas anderen Corona App auf sich?

Daten von Fitnessarmbändern sollen Corona entziffern helfen Corona App sammelt Smartwatch Daten

Hast du auch ein Fitnessarmband, das deine Schritt, Ernährung etc. aufzeichnet – so wie laut Bitkom rund 20 % aller Deutschen? Ein ganz nettes Tool, das aber immer wieder auch Anlass zur Sorge wegen Datenschutz & Spionage gibt. Es könnte ja ein Hacker durch eine Schwachstelle Daten stehlen. Ganz andere Daten-Pläne hat das gerade in der Corona-Krisenzeit bekannte Robert Koch-Institut. Es möchte mit seiner App „Corona-Datenspende“ Fitnessdaten aus ebensolchen Armbändern oder auch von Smartwatches sammeln und damit auswerten, ob jemand das Virus hat und es sich in Folge verbreitet.

Kurz nach Präsentation bereits 30.000 Teilnehmer

Das Robert Koch-Institut gibt auf der eigenen Webseite an, dass die App datenschutzkonform sei sowie freiwillig und anonym. Gesammelt würden eben die Fitnessdaten sowie die Postleitzahl des Anwenders. Die Installation dauere nur wenige Minuten. Wenn man sich die Statistik ansieht, müssten auch nicht sämtliche Einwohner Deutschlands die App nutzen. Ca. 10.000 User würden ausreichen, um aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen. Das RKI geht davon aus, dass die Verteilung gut passt, da Menschen verschiedensten Alters, Einkommens etc. derartige Fitnessarmbänder nutzen. Kurz nach Präsentation der App waren schon 30.000 Menschen dabei, erste Etappe also jedenfalls mal ein Erfolg.

Kritikpunkt: keine Open Source-App

Der Quellcode der Corona App ist allerdings nicht offen, was für Kritik sorgt. Denn so kann niemand die App einsehen und prüfen. Open Source- Lösungen wie jene der Pepp-PT Corona App hingegen ermöglichen, dass wirklich alles komplett transparent und einsehbar ist. Dies baut natürlich Vertrauen auf und macht Missbrauch unwahrscheinlich.

Welche Daten erhält das RKI über die App?

Das Positive ist, dass der Anwender zumindest seine persönlichen Daten nicht preisgeben muss. Lediglich seine Postleitzahl wird benötigt. Allerdings werden natürlich Gesundheitsdaten übermittelt, die sehr sensibel sind. Gewicht, Infos zum Tagesrhythmus, Ruhepuls, Schlafqualität, verbrauchte Kalorien etc. sind jetzt nicht gerade Daten, die man sonst einfach so preisgibt.

Was bringt die neue Corona App?

Fitnessarmbänder bzw. die damit gesammelten Daten können so einiges verraten. So sagen Ruhepuls und Schlafrhythmus bereits etwas über den Gesundheitszustand bzw. etwaige Krankheiten aus – und damit auch zu frühen Symptomen von Covid-19. Um zu diesen Ergebnissen zu gelangen, darf der Anwender sein Gerät aber natürlich nie ablegen.

Idee für App kommt aus Amerika

Das Robert Koch-Institut war nicht alleine innovativ, sondern hat sich vom amerikanischen Fieberthermometer-Produzenten Kinsa inspirieren lassen. Dessen Gesundheitswetterkarte ist ziemlich genau, basierend auf gesammelten Gesundheitsdaten. Außerdem verweist das RKI auf eine US-Studie, die sich mit einer ähnlichen Methode der Gesundheitsdatenbewertung via Fitnessarmbändern beschäftigte.

Eines ist klar: Die App hat gute Ziele in jetzigen Zeiten. Trotzdem geht es um die Herausgabe deiner Daten, was gut überlegt sein will. Um deine Privatsphäre generell zu schützen, solltest bei deinen Internet-Aktivitäten auf ein VPN zurückgreifen – hier kommst du zu unseren unabhängigen VPN Testberichten!


Erstellt am:15/04/2020

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