PimEyes: Frei zugängliche Datenbank mit 900 Millionen Gesichter

PimEyes Webseite PimEyes bietet eine Datenbank mit über 900 Millionen Gesichtern. Das entspricht in etwa der gesamten russischen und europäischen Bevölkerung zusammen. Der Service ist für jeden Nutzer frei zugänglich und genau das ist ein großes Problem für unseren Datenschutz. Jeder Mensch kann ein Bild einer Person auf die Plattform hochladen und so nach ähnlichen Bildern des Gesichts suchen. Stalker und Pädophile haben somit die Möglichkeit, viel über eine Person herauszufinden.

Wir erklären es mal mit einem Beispiel:

David war vor Jahren in einem Queerclub. Dort wurde von einem Partyfotograf ein tolles Erinnerungsbild geschossen. David hat das Bild schon längst vergessen. PimEyes jedoch nicht. Wenn David nun ein Foto von sich auf der Plattform hochlädt, findet er einige Ergebnisse zu sich selbst. Er findet Fotos seines Facebook Accounts und auch das Foto aus dem Queerclub. Im Gegensatz zu heute, trug er da noch einen Vollbart. Trotzdem konnte er viele Ergebnisse zu sich selbst und ähnlichen anderen Gesichtern finden.
Das ist sehr belastend für David, denn er arbeitet in einer Bank und möchte eigentlich berufliches und privates voneinander getrennt halten. Jede Person kann nun mit einem einzelnen Foto von ihm, private Dinge herausfinden.

PimEyes erinnert sofort an Clearview AI

Vielleicht können sich einige noch an Clearview erinnern. Eine Datenbank, mit Millionen von Gesichtern. Diese Datenbank war nur für Behörden und Polizei zugänglich. PimEyes ist jedoch für Jedermann. Bereits bei Clearview gab es massenhaft Wiederstand. Das hätte dem Unternehmen doch eine Lehre gewesen sein können, denn biometrische Daten sind äußerst sensibel zu behandeln. Es kann hier zu Bußgeldern und Schadenersatzzahlungen an einzelne Personen kommen, wenn man keine Einwilligung besitzt. Bei 900 Millionen Gesichtern, müsste das Unternehmen also 900 Millionen Bewilligungen der jeweiligen Leuten besitzen. Wir gehen aber davon aus, dass dies nicht der Fall ist.

„Der freundliche und legale Freund PimEyes“

Das Unternehmen gibt an, dass der Service alleine dazu da ist, um das eigene Gesicht hochzuladen und nicht um Personen zu identifizieren. Nach eigenen Angaben ist es also ein freundlicher Helfer, um herauszufinden, wo das eigene Gesicht im Internet zu finden ist. Zu jedem Bild gibt es einen Link, aber löschen kann man das Foto nicht so einfach. Auch wenn PimEyes angibt, dass dies auf Anfrage möglich sei.

Klar, wäre das Ganze mit Google auch möglich, doch es stehen Datenschutzgesetze im Weg. Auch mit Facebook wäre es möglich. Doch die beiden sind etwas schlauer, als PimEyes. Wir sind sich sicher, dass die Plattform nicht mehr lange verfügbar sein wird, denn mit biometrische Daten sollte man sorgsam sein.Angeblich sollen täglich 1 Terabyte Fotos analysiert werden. Jährlich sind in etwa 400 Millionen Gesichter dazu gekommen. Analysiert werden sogar Fotos von Facebook, Instagram, TikTok, Twitter, Youtube, vKontakte und Pornoseiten!

Inhalte von Pornoseiten

Früher gab es eine extra Premium-Funktion, um auch auf Pornoseiten nach Gesichtern zu suchen. Mittlerweile findet man diese aber zusammen mit den normalen Suchergebnissen. Stellt euch mal vor, jemand arbeitet in einer Bank, ist aber Zuhause gerne mal vor der Webcam. Diese Personen können öffentlich blamiert werden. Auch Sexarbeiter können einfacher aufgedeckt werden. Alles in allem ist das Ganze einfach unglaublich!

Preise und Tarife von PimEyes

Tarife auch für Unternehmen

Es gibt verschiedene Tarife für Einzelpersonen, aber auch für Unternehmen. Angeblich gibt es sogar einen mega Rabatt, wenn man vor hat, 100 Millionen Gesichter monatlich zu suchen. Das widerspricht der Aussage, dass Personen nur Fotos von sich selbst hochladen und suchen dürfen. Unserer Meinung nach träumt das Unternehmen groß! Mit dem Premium-Abo erhält man sogar eine E-Mail-Benachrichtigung, wenn es neue Übereinstimmungen zu ausgewählten Gesichtern gibt. Hier kann man bist zu 25 !!! Gesichter auswählen. Wir erinnern nochmal: Eigentlich ist die Plattform ja für das eigene Gesicht gemacht!

Das Konzept von PimEyes verstrickt sich also immer mehr in Widersprüchen.


Erstellt am:12/11/2020

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