EuGH-Urteil C-131/12 – Suchmaschinen müssen Datenschutz respektieren

Kein Scherz, keine Fake News! Der Europäische Gerichtshof hat ein Urteil verkündet, nachdem Suchmaschinen wie Google, Bing oder yahoo nun eine Verpflichtung zum dem Schutz personenbezogener Daten haben.

Was vermutlich schon mal jeder von uns getan hat, ist seinen eigenen Namen aug Google zu suchen. Man findet dann oftmals überraschende Ergebnisse, und genau dagegen konnte man bisher nichts tun. Das ändert sich jetzt.

Suchmaschinen verarbeiten Daten personenbezogen

Zu diesem Ergebnis kam der EuGh nun auch offiziell. Wer bisher geglaubt hat, er gibt auf Google einen Begriff ein und innerhalb von Millisekunden wird das ganze Internet für Ihn live nach Ergebnissen durchforstet, hat wohl nicht sonderlich viel darüber nachgedacht. Eine solche Methode würde vermutlich Wochen dauern, daher arbeiten Suchmaschinen mit gigantischen Datenbanken, in denen Inhalte vorab gespeichert werden. Welche Inhalte? Naja, alle passenden, die sich aufgrund der Informationen ergeben, die Google ohnehin von uns hat. Standort, Alter, Geschlecht, Gerät, vorangegangene Suchbegriffe und vieles mehr. Somit hat Google tatsächlich den größten Vorratsdatenspeicher der Welt. Höchst bedenklich, aber wenig überraschend.

Unser Recht auf Vergessenwerden gilt auch bei Suchmaschinen

Jeder Von uns hat das Recht vergessen zu werden, das bezieht sich besonders auf einmal veröffentlichte Daten die sich auf unsere Person beziehen. Das wurde ansatzweise bereits 2011 in der Europäischen Kommission aufgegriffen um es in weiterer Folge in die Datenschutz Grundverordnung zu übernehmen. Dieses Recht unterscheidet natürlich auch ob ein öffentliches Interesse an den Informationen besteht oder wie aktuell diese Informationen sind. Politiker oder Personen des öffentlichen Lebens können dieses Recht kaum für sich beanspruchen. Du als Privatperson nun aber umso mehr.

Wie kannst Du machen wenn ungewünschte Daten von Dir öffentlich sind?

Nun, da es jetzt ein Löschungsrecht gibt, kannst Du dies auch nutzen. Google hat als Reaktion auf das Urteil ein Formular online gestellt (Antrags Formular zur Löschung eines Datensatzes) über das Du den Antrag einreichen kannst. Dazu verlangt Google jedoch einen Identitätsnachweis. Damit soll sichergestellt werden, dass auch nur berechtigte Personen eine Löschung vornehmen, das ist durchaus verständlich.

Auch eine Begründung musst Du anführen, und das ist auch mit dem Urteil des EuGH konform. Demnach musst Du gegenüber den Suchmaschinen anführen, warum die Informationen veraltet oder falsch beziehungsweise, inwiefern sie Dein Persönlichkeitsrecht betreffen. Für dieses Begründungsfeld hast Du maximal 1.000 Zeichen zur Verfügung. Sachlich und Kompakt schreiben ist also angesagt.

Wann löschen Suchmaschinen meine Daten aus der Datenbank?

Da auch Google damit noch keine Erfahrung hat und wir nicht wissen, wie viele Anträge hier täglich eingehen, bleibt diese Frage derzeit noch ungeklärt. Bereits in den ersten Wochen seien tausende Anträge bei Google eingelangt, sicher ist jedoch, dass eine Bearbeitung erfolgen muss. Selbst bei Ablehnung des Antrages, hast Du immer noch die Möglichkeit einfach nochmal einzuklagen. Es ist durchaus ein großer Schritt zu Schutz der Privatsphäre und eine tolle Geschichte, dass Suchmaschinen hier dermaßen zur Verantwortung gezogen werden. Wie Du den Schutz Deiner Privatsphäre selbst besser in die Hände nimmst, erfährst Du in unserem Beitrag „Sichere Internetnutzung und Tipps zur Privatsphäre

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